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Martin Gross

Solution seeker, building things, often in software.

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Warum braucht man eigentlich noch individuell entwickelte Software-Lösungen? Es gibt doch eigentlich schon alles fertig, könnte man meinen.

Doch: Wer nur Standardsoftware verwendet, wird als Unternehmen auch immer nur Standard sein. Individuelle Software als Wettbewerbsvorteil.

Natürlich macht es keinen Sinn für jede Aufgabe innnerhalb eines Unternehmens eigene Software zu entwickeln. Standardaufgaben innerhalb von Bereichen, die nicht die eigentliche Kompetenz des Unternehmens ausmachen, lassen sich meist gut mit Standardsoftware erledigen. Aber spezielle Software für die Gesschäftsprozesse innerhalb der Kernkompetenzen kann Wettbewerbsvorteile verschaffen.

Ein Beispiel: Angenommen Sie sind im Versandgeschäft tätig. Für die Abwicklung der gesamten Geschäftsprozesse verwenden Sie eine Logistik-Software. Um Ihre speziellen und hochoptimierten Abläufe innerhalb der Logistik umzusetzen, werden Sie wahrscheinlich mit einer Standardsoftware nicht sehr weit kommen. Denn Standardsoftware ist prinzipbedingt so ausgelegt, dass sie die Anforderungen 90% aller Benutzer erfüllt. Und das geht nur, wenn diese 90 % mehr oder weniger gleich arbeiten.

D.h. der Benutzer muss sich nach der Software richten. Eigentlich sollte es aber so sein, dass die Software sich an den Benutzer anpasst. Nur dann kann er optimal arbeiten und sich vom Wettbewerb differenzieren.

Eine Software sollte man nach ihren Gesamtkosten bewerten, d.h. die Kosten über den gesamten Lebenszyklus. Also von der Entwicklung, Einführung der Software über die gesamte Nutzungsphase bis zur Ablösung/Abschaltung der Software. Man spricht hier auch of von ‘Total Cost of Ownership’ (TCO). Dazu gehören nicht nur die Anschaffungskosten, sondern alle Aspekte der späteren Nutzung (laufende Kosten, Schulung, Updates, notwendige Hardware und Wartung).

Eine Software sollte man nach ihrem ROI (Return on Investment) bewerten. Hier sind zusätzlich noch die Kosten bzw. Einsparungen oder Gewinne zu berücksichtigen, die während der Nutzung entstehen. Also z.B. auch wie lange ein Nutzer braucht (Arbeitskosten) um mit der Software beispielsweise eine Rechnung zu schreiben. Gerade beim ROI kann eine Individualsoftware gegenüber einer Standardsoftware besser dastehen, z.B. wenn sie automatisch Rechnungsdaten in eine Rechnung einfügt anstatt dass der Benutzer sie jedes Mal manuell eintragen muss.

Neben der Kostenbetrachtung darf man natürlich nicht die Wettbewerbsvorteile vergessen, die sich durch Individualsoftware erreichen lassen. Man denke hier nur an schnellere Reaktionszeiten und besserer Kundenservice.

Beispiel Amazon: Wo wäre Amazon heute, wenn sie einfach einen Standard Shop verwendet hätten? Würde es wohl Empfehlungsmechanismen geben? Auch damals als Amazon startete, gab es schon fertige Shopsoftware. Doch diese hätte bestimmt nicht das Geschäftsmodell entsprechend unterstützt.

Ziel ist es innovative Geschäftsmodelle und Arbeitsabläufe zu mit individueller Software zu realisieren und sich dadurch besser am Markt zu positionieren.